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Viele haben sich engagiert, um dieses beeindruckende Geburtstagsfest auf die Beine zu stellen: Erika Emans (von rechts), 3. Bürgermeister Martin Strobl, Thomas Müller, Pianist bei der ökumenischen Band, Friedhelm Schneider, Dieter Engel, Maite Schmidt, Tobias Quaiser, Pianist Ben Yin und die musizierenden Kinder, sowie (von links) Svetlana Flat, die Leiterin der Band, deren Mitglieder und Malerin Anne Kahlen (3. von links).
Text und Bilder: Brigitte Janoschka
Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Geburtstagsfeier zu Ehren 75 Jahre Mitterfelden. Erika Emans hatte dazu das Mitterfelden-Lied komponiert und gedichtet, das alle Besucher - begleitet von der kleinen Band des ökumenischen Gottesdienst- und Jugendarbeit-Team - zur Eröffnung der Veranstaltung als Ständchen sangen. Mit der jungen Geigerin Lisa spielten ihre Geigenlehrerin Erika Emans und die beiden Geigerinnen Monika und Sarah „In einem kleinen Apfel“ und das ungarische Kinderlied „Ich habe mein Taschentuch verloren“.
Gemeinderat Friedhelm Schneider begrüßte und dankte der Gemeinde für die Finanzierung. Von Standesbeamtin Dana Holzschneider habe er eine Liste von 59 Staaten (plus eine Person „staatenlos“, eine andere „ungeklärt“) erhalten, aus denen in Mitterfelden lebende Bürger stammen. „Ich wünsche uns allen, dass wir hier gemeinsam zusammen leben“, appellierte er an das Publikum und: „Suchen Sie sich andere Leute, die an dem Spaß haben, was Ihnen Spaß macht. So machen wir Mitterfelden noch ein bisschen schöner“.
Dritter Bürgermeister Martin Strobl freute sich über die Anwesenheit vieler aktiven und ehemaligen Gemeinderäte. „Das zeigt, wie wichtig Mitterfelden ist“. Früher sei Mitterfelden ein Täterort gewesen, heute sei er ein Friedensort. Der Ort sei immer ein Ort der Offenheit gewesen. Heimatvertriebene, Russlanddeutsche oder Geflüchtete, etwa aus dem Ukraine-Krieg, haben hier eine neue Heimat gefunden, so Strobl. Mitterfelden lebe von der Vielfalt - „59 Kulturen bereichern uns“. Integration sei nicht immer einfach, aber Mitterfelden habe es immer geschafft, Menschen positiv aufzunehmen. Das sei das größte Lob für den Ort. Gemeinsam mit der Band sangen alle „Aufsehen, aufeinander zugehn, voneinander lernen, miteinander umzugehen“ und bestätigten die Ausführungen mit Gesang und Musik.
Er zeigte Fotos vom ehemaligen Flughafen, dessen Gelänge für bezahlbaren Grunderwerb genutzt wurde. Baracken aus dem ehemaligen DP-Camp wurden bald von Doppelhäusern abgelöst, die langsam an der Salzburger Straße und am Weit entstanden. Er zeigte Fotos von ehemaligen Geschäften und von Einkehrmöglichkeiten in der früheren Birkenschänke oder der Rupertiklause. Die Polizeischule und die Schokoladenfabrik, die später von der Fa. Haslauer benutzt wurde, die Kirchenbauten und die Entstehung des Wohnstifts Mozart, der Schulen und der Kindergärten, des Fernheizwerks und des THW-Heims, sowie des Rathauses - alles war fotografisch dokumentiert. Fotos von Renate Dehrberg, die bereits ihre Kindheit in Mitterfelden verbrachte, ließen die Vergangenheit auferstehen. Viele konnten sich noch an den alten Bahnhof von Ainring erinnern oder an die Fußballmannschaften und die -Spiele des FC Hammerau oder die Sportveranstaltungen des TUS. Fotos von einer Faschingshochzeit gehörten ebenso dazu wie Luftbilder, die die Entstehung der Ortschaft deutlich sichtbar machten. Für jedes Jahrzehnt seit 1945 hing ein Luftbild auch im Foyer. Friedhelm Schneider hatte die Abzüge 80 x 80 cm beim Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung bestellt (siehe Kasten).
Dieter Engel las aus seiner Sammlung zwei Gedichte vor: „Frei wie ein Adler“ über die Kindheit und „Spaziergang zum Moos“ mit der tröstenden Schlusszeile: „In der Natur geborgen, füllt die Seele sich mit Gesang“. Zum Schluss gab der Pianist De-Hong Ben Yin mit dem ersten Satz aus der virtuos gespielten Hammerklavier-Sonate von Ludwig van Beethoven der Feierlichkeit einen besonderen Glanz. Das gemeinsame Lied „Wo Menschen sich vergessen“ leitete über zum gemütlichen Teil mit Büffet im Foyer und vielen intensiven Gesprächen.
Die ausgestellten Bilder von Anne Kahlen und Maite Schmidt ergänzten mit der bildenden Kunst eine Veranstaltung der Vielfalt.
„Zudem verfügt das Landesluftbildarchiv im Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung über ca. 64.000 Luftbilder der Alliierten Streitkräfte, US Army Air Force, und der Royal Air Force aus den Jahren 1941 bis 1945.
Die Luftbilder der US Army Air Force sind freigegeben und für jedermann erhältlich.
Die Luftbilder der Royal Air Force sind nur frei, wenn Behörden diese zum Auffinden von nicht explodierter Munition benötigen, ansonsten unterliegen sie Nutzungsbeschränkungen. Man kann aber die Luftbilder bestellen bei „The National Collection of Airial Photography“ in Edinburgh". Dies tat Friedhelm Schneider für das Luftbild aus dem Jahr 1943. Dazu musste er eine Lizenzvereinbarung unterschreiben und 63 £ bezahlen.
Das älteste Luftbild von Mitterfelden: National Collection of Aerial Photography. All rights reserved, Befliegung 1943, Repro Brigitte Janoschka