Ainringer Gemeinderat besichtigt die Anlagen der Gemeindewerke

2026-06-26

Bei der jüngsten Werkausschusssitzung hatten die Mitglieder des Gemeinderates die Gelegenheit, die Betriebsanlagen der Gemeindewerke zu besichtigen, um einen umfangreichen Einblick in die Aufgabenbereiche der Gemeindewerke zu erhalten. Hintergrund ist die Kommunalwahl 2026, durch die sich die Zusammensetzung von Gemeinderat und Werkausschuss verändert hat.

Hohe Trinkwasserqualität

Werkleiter Herbert Thalbauer erläuterte zunächst die Wasserversorgung an den Brunnen 3 und 4 in Wiesbach und Ed. Dabei hob er die Bedeutung eines gut geschützten Trinkwasservorkommens hervor. Die Brunnenanlagen seien alarmgesichert und durch die Einrichtung mehrerer Schutzzonen zusätzlich geschützt. Besonders erfreulich sei die hervorragende Qualität des Trinkwassers. Das Wasser könne direkt nach der Förderung ohne weitere Aufbereitung in das Versorgungsnetz eingespeist werden. Die Nitratwerte seien dank der sorgsamen Bewirtschaftung durch die umliegenden Biolandwirte sehr niedrig. Die Brunnen wurden in diesem Jahr erstmals auf PFAS untersucht. Dabei konnten erfreulicherweise keine entsprechenden Belastungen festgestellt werden. Thalbauer betonte, dass eine Aufbereitung von mit PFAS belasteten Wasser technisch sehr anspruchsvoll und kostenintensiv wäre.

Zu erfahren war auch, dass die Gemeindewerke bei der Trinkwasserversorgung auf umfangreiche Sicherheits- und Notfallkonzepte setzen. Diese reichen von technischen Redundanzen über gegenseitige Versorgungsmöglichkeiten mit der Stadt Freilassing bis hin zu Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe.

Am Brunnen

Zweite Station: Hochbehälter

Anschließend besichtigte die Gruppe den 2020 in Betrieb genommenen Hochbehälter Mühlstatt mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Kubikmetern. Der moderne Behälter verfügt über zwei Kammern und wird niemals vollständig entleert, damit jederzeit ausreichend Trink- und Löschwasser zur Verfügung stehen.

Sämtliche verwendeten Materialien müssen den höchsten hygienischen Anforderungen entsprechen. Selbst die Beschichtung der Decken, die Beleuchtung sowie die Rohrleitungen sind unter den Gesichtspunkten der Lebensmittelechtheit ausgeführt. Die Wasserqualität wird kontinuierlich überwacht. Bei auffälligen Messergebnissen greifen umfassende Kontroll- und Sicherheitsmaßnahmen.

Am Hochbehälter

Fernwärme plus Stromversorgung

Im dritten Teil der Besichtigung stand die Fernwärmeversorgung in Mitterfelden im Mittelpunkt. Die Teilnehmer erhielten zunächst Einblicke in das Heizwerk mit seinen beiden Kesselanlagen, die mit Öl und Gas betrieben werden können. Weiter ging es zum Blockheizkraftwerk (BHKW), das nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet und neben Wärme auch Strom erzeugt. Diese Anlage besteht aus vier Verbrennungsmotoren mit jeweils angeschlossenem Generator. Der erzeugte Strom wird in das eigene Betriebsstromnetz der Gemeindewerke eingespeist. Die dabei entstehende Motor- und Abgaswärme wird über Wärmetauscher zurückgewonnen und vollständig dem Fernwärmenetz zugeführt. Sämtliche kommunalen Liegenschaften in Mitterfelden sowie das Erlebnisbad und die Trinkwasserbrunnenanlagen sind an das Betriebsstromnetz der Gemeindewerke angeschlossen.

Zum Abschluss informierten sich die Gemeinderäte noch über das eigentliche Herzstück und den stärksten Erzeuger auf dem Areal: die klimafreundliche Holzkesselanlage. Hier kommen Holzhackschnitzel aus der Region zum Einsatz, wodurch die Wertschöpfung vor Ort bleibt und Transportwege kurzgehalten werden.

Heizwerk
Blockheizkraftwerk

Künftige Herausforderungen

Bürgermeister Martin Öttl machte deutlich, wie wichtig die Besichtigung sei, um komplexe Zusammenhänge besser verstehen zu können. In den kommenden Jahren stünden für die Gemeinderäte wichtige wegweisende Entscheidungen an. Zu den künftigen Herausforderungen der Gemeindewerke zählen unter anderem die Rohrnetzsanierungen im Bestandsbereich sowie die Transformation der Erzeugungsanlagen, um das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen.

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